Annette Jantzen in Hohenems: Die Frauen der Bibel, die im Gottesdienst kaum vorkommen
Lesung und Gespräch mit Annette Jantzen
Mittwoch, 6. Mai 2026, 19:30 Uhr
Bücherei Hohenems, Marktstraße 1a
In Kooperation mit dem Bibellabor und dem Katholischen Bildungswerk der Diözese Feldkirch
Moderation: Marlies Enenkel-Huber
Annette Jantzen stellt ihr neues Buch „Die ignorierten Frauen der Bibel. Was im Gottesdienst nicht gelesen wird“ vor. Es zeigt, dass nur rund ein Drittel der biblischen Frauengestalten in den katholischen Lesungen vorkommt und ihre Geschichten dort meist stark gekürzt werden. Moderiert wird der Abend von Marlies Enenkel-Huber, Geschäftsführerin des Katholischen Bildungswerks Vorarlberg.
Die Bibel ist voller Frauen. Aber wer katholische Gottesdienste besucht, bekommt von ihnen nur einen kleinen Teil zu hören. Genau darin liegt der Skandal, den Annette Jantzen in ihrem neuen Buch freilegt: Nicht die Bibel selbst lässt Frauen verstummen, sondern die Auswahl der Texte, die in der Liturgie gelesen werden. Nur rund ein Drittel der biblischen Frauengestalten kommt in den gottesdienstlichen Lesungen überhaupt vor. Und selbst dort werden ihre Geschichten meist gekürzt. Was fehlt, ist nicht bloß ein Randthema. Es fehlt ein großer Teil menschlicher Erfahrung, Glaubensgeschichte und geistlicher Autorität.
Am Mittwoch, 6. Mai 2026, ist Annette Jantzen mit diesem hochaktuellen Buch in der Bücherei Hohenems zu Gast. Um 19:30 Uhr liest sie aus „Die ignorierten Frauen der Bibel. Was im Gottesdienst nicht gelesen wird“, erschienen 2026 im Verlag Herder. Jantzen arbeitet als Theologin und Autorin zu biblischen Texten, Auslegungsgeschichte und der Überwindung patriarchaler Engführungen im christlichen Glauben.
Der Abend ist auch für Menschen spannend, die mit Kirche wenig vertraut sind. Denn hier geht es um eine einfache und folgenreiche Frage: Wer wird öffentlich erinnert, und wer verschwindet aus dem Blick? Was in der Liturgie gelesen wird, prägt das religiöse Gedächtnis einer Kirche. Wer dort kaum vorkommt, erscheint schnell auch im Glauben, im Denken und in der Sprache als zweitrangig. Genau deshalb ist die Ausblendung biblischer Frauen keine Nebensache, sondern ein Strukturproblem.
Durch den Abend führt Marlies Enenkel-Huber, Geschäftsführerin des Katholischen Bildungswerks Vorarlberg. Veranstaltet wird die Lesung von der Bücherei Hohenems in Kooperation mit dem Bibellabor und dem Katholischen Bildungswerk der Diözese Feldkirch.